Street Poetry: Progressive Singer-Songwriter

 

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„Durch Malte sind wir erst eine richtige Band geworden, er brachte den Schwung.“, sagt Lucas (23), Gitarrist und Sänger von Street Poetry. Er und die Leadsängerin Vik (23), haben nach einem Konzert verkündet, dass sie jemanden für eine Band suchen. Ein Bassist wäre ihnen am liebsten. Vik schmunzelt: „Bei der Zigarette danach kam so ein schnuckliger Typ auf mich zu getrottet. Er setzte sich neben mich und ich dachte mir nur – okay, was will denn diese Type jetzt von mir! Der Malte (21) wollte sich bei uns als Bassist bewerben. Und gegen nichts in der Welt würden wir ihn heute eintauschen. Er passte wie die Faust aufs Auge zu uns und ist inzwischen nicht nur ein zuverlässiges Bandmitglied, sondern auch ein echt guter Kumpel geworden.“

Vik singt seitdem sie denken kann und hatte in ihrer Jugend Gesangsunterricht. Lucas hat sich zum elften Geburtstag eine Gitarre und ein Album von Nirvana gewünscht – die Faszination für Musik war geboren. Und Malte? „In der siebten Klasse sagte mein Kumpel, dass es doch ziemlich cool wäre, eine Band zu haben. Das wäre es ja auch, aber ich war null musikalisch. Also bat ich unsere Musiklehrerin um Hilfe. Von diesem Tag an gab sie mir in den großen Pausen Bassunterricht.“

Sie covern alles was heute nicht Kommerz ist und schreiben vieles selbst. Inspiriert von Nirvana über Jack Johnson, Red Hot Chili Peppers und Freundeskreis, sind sie nicht die typische Singer-Songwriter-Truppe. Sie nennen ihren Stil „Progressive Singer-Songwriter“. Dabei kombinieren sie akustisch klare und schöne Gesänge mit Metal-Klängen und untermalen das Ganze gerne mal mit einer Bassmelodie. Die drei schauen sich an. „Es gibt nichts Schöneres als Musik auf dieser Welt –  Musik ist Weltsprache und es ist fabelhaft sie mit anderen zu teilen“, sagt Lucas und Malte ergänzt: “Wenn man echt wütend ist und eigentlich nur noch schreien will – ist es viel toller, wenn man mit der Gitarre die Wand anschreit statt ins Kissen.“

Auch wenn es Street Poetry erst seit wenigen Monaten gibt, hatte die Band schon rund 30 Auftritte. Wie so viele Musiker in Potsdam, fanden die drei keinen Proberaum und proben daher in der Wohnung von Vik. „Es ist schrecklich wie sich die ehemalige Kulturhochburg selbst mehr und mehr verbaut. ,Reich‘ kauft und vergisst was drinnen war. Mit der Zeit wird das beeindruckend große Kreativpotenzial der Leute immer mehr eingeengt. Kaum jemand hat heute noch einen eigenen Proberaum. Das ist ein Trauerspiel.“, ärgert sich Lucas. Die wenigen Proberäume seien zudem hart umkämpft und werden unter vielen Bands aufgeteilt. So stehen sie den Musikern meist nur für wenige Stunden zur Verfügung und „kreative Entfaltung kann so gar nicht erst entstehen!“

Street Poetry will natürlich trotzdem ihre Musik weiterverfolgen. Wo wollen sie in zehn Jahren sein? Als Gitarrenbauer, Geoforscher und Filmproduktionsassistentin arbeiten und am Wochenende natürlich auf der Bühne der Columbia-Halle in Berlin die Mengen begeistern.

19.09.2014

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