Easy Virtue – Eine unmoralische Ehefrau

Stephan Elliott („Priscilla – Königin der Wüste“) versucht sich an einem Remake eines Hitchcock-Klassikers aus der Stummfilmzeit. Jessica Biel als amerikanische Autorennfahrerin Larita und der englisch-konservative Kristin Scott Thomas (Ben Barnes) treffen aufeinander. In den Goldenen Zwanzigern ist es noch recht vulgär, wenn eine Frau Auto fährt. Und wenn sie es sich auch noch zur Lebensaufgabe macht Autorennen zu fahren – ist das sogar unmoralisch. Das findet zumindest die Mutter Veronica Whittaker (Kristin Scott Thomas) als Scott, Larita eines Tages mit auf das Landgut der Familie mitbringt und verkündet, dass er sie zur Frau nehmen möchte. Mrs. Whittaker versucht verzweifelt für die Aufrechterhaltung von Sitte, Tradition und gepflegter Langeweile zu sorgen, doch da vergisst sie den von Modernität und junger Frischer protzenden Charakter der jungen Amerikanerin. Verstaubter Landadel trifft auf Moderne und der Kampf der Rivalinnen spitzt sich zu – die traditionelle englische Familie wird aus den Fugen getrieben, findet sie ihre alt bewehrte Ordnung wieder und kann von Hochzeit noch zu sprechen sein?  Dialoge wirken zeitlos giftig, geistreich und vorbildhaft humorvoll. Auch Alfred Hitchcock hätte diese runde Interpretation seines Streifens unter Tränen lachend genossen.

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