Der hat ja nen Vogel

Um ehrlich zu sein hat Maximilian Schulz nicht nur einen, es sind gleich 200 – keine Sorge, das sind nicht seine Haustiere. Der 19 Jährige Jungunternehmer hat zwei Zoofachhandlungen und einen Onlineshop, mit denen er seine Zuchttiere und Produkte europaweit vertreibt.

„Eines Tages legte mir mein Kater eine tote Maise vor die Füße. Ich war so traurig, dass ich Wellensittiche bekam. Ich belas mich und erstellte einen Onlineblog mit allem Wissenswerten. Bald fragte man, ob ich nicht selber züchten mag.“, sagt Max. So kaufte ein Achtjähriger weitere Vögel und einen großen Käfig für sein Kinderzimmer. Für die private Großzucht und den Verkauf kam bald eine beheizte Außenvoliere und Genehmigung hinzu. „Ich ging natürlich weiter zur Schule. Aber es lief – ich bekam sogar professionelle Lieferaufträge aus Österreich, Schweiz und Niederlande.“

Nach dem Schulabschluss verfolgte der 17-Jährige zunächst seinen Traum Kapitän zu werden. „Ich merkte aber schnell, wie sehr der Wunsch wuchs, es mit einem richtigen Laden zu probieren. Monatlich hatte ich gut 30 Vögel aber rund 100 Anfragen. Und ein Zoofachgeschäft gab es hier in Babelsberg nicht.“ Selbstständig hat er sich in den Bereichen Recht, Buchhaltung, Handel und Zucht weitergebildet. Bereits im März 2013 eröffnete Zooshop-Schulz & Co in der Garnstraße 26. Die Sittichzucht hat inzwischen so viele Anfragen, dass er auf externe Zuchtstationen mit selben Zuchtstandarts angewiesen ist. Natürlich kontrolliert er diese regelmäßig. Schließlich sind seine Vögel dafür bekannt, dass sie sehr handzahm sind, das soll auch so bleiben. „Meine Philosophie: Artgerecht, Vielseitig und das Ganze mit viel Fachwissen!“

Schnell kam der Onlineshop und nach einem Jahr der zweite Laden im Forum Köpenick Berlin hinzu. Statt auf 50, präsentiert er auf 500 Quadratmetern mit Unterstützung von zwei Auszubildenden und vier Angestellten die Wahre. „Besonders in Berlin merke ich, dass mein Alter eine Rolle spielt. Früher war es noch anders, weil ich nichts ohne Eltern unterzeichnen konnte. Jetzt darf ich wirklich selbstständig arbeiten. Obwohl ich sichtlich erfolgreich bin, braucht es immer wieder Überzeugung ernstgenommen zu werden. Ich bin mit 19 Jahre alt und so der jüngste im eigenen Betrieb.“ Max lacht: „Auf  meinem Hemd seht jetzt Geschäftsführung, so werde ich zumindest nicht mehr so oft gefragt von wem ich ausgebildet werde.“ Er lässt sich nicht schnell einschüchtern und plant weiter zu expandieren. „Es macht riesen Spaß und ich habe Glück, dass Familie und Freunde so schnell überzeugt waren. Sie sind sehr nachsichtig und unterstützen mich gut – dass braucht man auch. Ich versuche mir zwar für Freunde und Urlaub Zeit zu nehmen aber viel zu oft muss ich früher gehen oder absagen.“ Die einzigen Tage an denen der Überflieger sich eine richtige Pause gönnt, sind zu Weihnachten. Um die Tierheime zu unterstützen macht er ab dem zweiten Advent die Läden zu.

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